Gemeinschaft
05.11.2019 23:38 Uhr, Alter: 6 Tage

Recht auf Gott

Das Evangelium des letzten Sonntags hat mich sehr beschäftigt – diese penetrante Witwe, die dem gottlosen, selbstherrlichen Richter auf die Nerven geht, bis er ihr endlich verzweifelt nachgibt und „ihr Recht verschafft“. Und dann der Nachsatz: „So wird Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, unverzüglich zu ihrem Recht verhelfen.“

Was sagt Jesus vorher, was hinterher? Vorher hat er seine Jünger um sich ver­sammelt und sagt ihnen, wie plötzlich, bestürzend das Reich Gottes her­ein­brechen wird, unaufhaltsam. Anschließend erzählt er vom stolzen Pharisäer und zeigt auf den Zöllner, der hinten im Tempel steht und einzig reumütig um Erbarmen bittet.

Zwischen dem plötzlichen Kommen des Reiches Gottes und dem reu­mütigen, wartenden Zöllner, steht das „Beten ohne Unterlass“. Nicht pausen­lose Worte, sondern die offene Bereitschaft für das Kommen des Reiches Gottes, die ständige, beständige Wachheit des Herzens, dass Gott alles schenkt, die Ausrichtung auf Gott, dem wir gehören.

Was ist das Recht der Auserwählten? Dass wir zu dem kommen, der uns er­wählt hat. Unsere „Beziehung zu Gott“ ist weder Belohnung, noch Sahne­häubchen hinterher, wenn wir gut waren, sondern umgekehrt, sie entspricht der Treue Gottes, der uns das Leben schenkt, der unser Ursprung ist und immer unser Ziel bleibt, der sich an uns bindet – und uns an sich.

Jesus ist gekommen, um uns auf diesen „Weg des Rechts“ zu führen, Gott dem Vater entgegen, ins Vaterhaus. Wenn wir diese Weite bedenken, un­auf­hörlich um dieses Recht beten, dass Gott sich uns zeigt, dann wird er sich „unverzüglich“ zeigen. Und wie?

Es ist die Bitte um sein Reich, um seine Gegenwart unter uns, dass wir das Gute tun, Geduld im Alltag, vergeben, voneinander gut denken, nichts nach­tragen, Zeit für Gott haben, zur Versammlung der Gemeinde kommen und … – dass wir niemanden um Gott betrügen, weder Kinder, noch Sterbende, weder Kraftvolle, noch Schwache.

Beten wir „ohne Unterlass“ um die Spur Jesu in unserem Leben! Unver­züg­lich wird er uns Gelegenheit geben, das Gute zu tun. Auch in der neuen, größeren Pfarrei gibt er uns das Recht, das Gute zu tun, – nicht irgendwo, sondern ganz nah.

Ihr Pastor P. Meinulf, mit Kooperator K.J. Bings, Diakon B. Lohmer
und der Klostergemeinschaft


Aktueller Pfarreienbrief

Nr. 11/2019
28.10.2019 - 24.11.2019

 

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wenn Angehörige sterben, so kommt zur Trauer auch noch die Sorge um den Ablauf einer Beerdigung. Als Hilfestellung in dieser schweren Zeit soll Ihnen diese Liste dienen.

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