Gemeinschaft
04.10.2019 23:29 Uhr, Alter: 13 Tage

Bleiben oder aufbrechen?

Das klingt wie Ferien – es gibt jetzt Herbstferien. Nein, diese Worte kamen mir, als ich an den Info-Abenden zur Umsetzung der Synode die Fragen hörte. Die Treffen waren sehr gut besucht. Sehr erfreulich, dass das Interesse so groß ist, nämlich daran „Was bleibt?“ „Wohin geht der Weg?“ Wie brechen wir auf in die Zukunft?“

„Was bleibt?“ das fragen Menschen nicht, um alles festzuhalten, unbeweglich, starr. Es ist die Frage aus einer kirchlichen Erfahrung, dass wir nämlich zusammen­kommen, dass da ein „Ort“ ist, eine Versammlung, wo wir uns treffen, beten, singen, schweigen, hören, trauern, Anteil anein­ander haben – versammelt um Jesus, den Herrn. Kirche ist wesentlich Gemeinschaft. Wenn auch bei weitem nicht alle regelmäßig und verlässlich kommen, so ist es doch tief im persön­lichen Gefühl: Es gibt den Ort, es gibt die Ge­mein­schaft, zu der ich gehöre, in der und mit der ich Gott finde. In dieser Gemeinschaft der Kirche höre ich Gottes Wort, in ihr gehe ich an den Tisch des Herrn, ich trage mit ihr und werde von ihr getragen.

Die Frage „Was bleibt?“ ist darum keine egoistische Frage, sondern die erste Frage für eine Gemeinschaft auf dem Weg. Wovon lebe ich? Was trage ich in mir? Ja, die tiefe Frage: „Bleibt die Mitte? Bleibt der, der uns versammelt?“ Und umgekehrt gilt dann: „Bleiben wir zusammen, um Jesus einzulassen in die Welt, in unsere Familien, in den Ort, in alle Begegnungen und Arbeiten?“ Bleiben wir bei ihm?

Dann kommt die bohrende Frage: Was tue ich, damit Jesus in der Mitte ist? Wie bete ich? Beten wir in der Familie? Bin ich den Kindern ein Vorbild? Gehe ich zum Gottesdienst, um die anderen zu stärken? Habe ich Zeit für Gott? Frage ich nach seinem Willen?

Die Kirche ist sicherlich kein Selbstzweck, aber sie beginnt damit, dass wir uns um ihn versammeln, mit der Freude an Jesus. Am Pfarreien-Sonntag wird es wieder besonders deutlich. Wir kommen aus verschiedenen Orten am 13. Oktober in Spabrücken zum Gottes­dienst zusammen. Nicht „meine Kirche“ ruft mich, Jesus ist es, der uns als Seine Kirche zusammenruft.

Miteinander aufbrechen zu Jesus, dem Herrn – das wird immer der Anfang sein. Diesen Aufbruch kann uns niemand abnehmen, niemand kann für mich zu Jesus gehen. Mit eigenen Füßen, mit eigener Kraft, mit der eigenen Sehnsucht, mit meinem Leben breche ich auf, um bei ihm zu bleiben.

Aus dieser Mitte beginnt die Mission – die Sendung zum Nächsten, zum Nachbarn, zur Arbeit, in die Welt. Ich bringe Jesus Christus, diese Hoffnung, die Freude des Lebens mit Gott in die Welt. Vielleicht bin ich nur da, schweigend, ohnmächtig, traurig über die Gott-Ferne der Menschen, und bin doch immer Glied der Kirche. Ohne die bleibende Mitte kann ich Jesus nicht in die Welt bringen, dass er sie verwandelt.

Ihr Pastor P. Meinulf, mit Kooperator K-J. Bings, Diakon B Lohmer
und der Klostergemeinschaft

 


Aktueller Pfarreienbrief

Nr. 10/2019
30.09.2019 - 27.10.2019

 

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