Gemeinschaft
02.06.2019 23:07 Uhr, Alter: 81 Tage

Die „Pfarrei der Zukunft“ - das Anhörungsverfahren für die Räte

Die „Pfarrei der Zukunft“ – lange wird sich dieser Name nicht mehr halten, denn die Zukunft tritt ein. Das gesamte Bistum mit 900 Pfarreien wird gegliedert in 35 Pfarreien. Das bedeutet die rechtliche Auflösung aller Pfarreien und die Errichtung neuer, größerer Pfarreien. Unsere vier Pfarreien Braunweiler, Schöneberg, Spa­brücken und Wallhausen mit den Filialen gehören dann zur neuen „Pfarrei Bad Kreuznach“, das bisherige Gebiet des Dekanates, das von Bingerbrück bis Merx­heim, von Spabrücken bis nach Norheim reichen wird. Darüber konnten wir im letzten Jahr immer wieder lesen.

 

Für diesen Rechtsakt ist „Das erste Gesetz zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode“ in der Bistumsleitung verabschiedet. In der ausliegenden Zeitung „Einblicke2“ ist es beschrieben. Verpflichtend zu dieser Gesetzgebung ist eine „formale Anhörung der Räte“ der bisherigen Pfarreien. Die Pfarr­gemein­deräte, Verwaltungsräte und der Pfarreienrat haben sich mit dem Gesetz intensiv befasst.

Es geht um die Struktur und Arbeitsweise der neuen Pfarrei, die zum 1.1.2020 errichtet wird, und um die Vermögensüberführung.

 

Wir fragen uns: Was erscheint plausibel? Was bedarf dringend einer Nachbes­serung? Das Leben ist eine ständige Baustelle, auch die neue Pfarrei wird langsam gestaltet werden müssen.

 

Die öffentlich viel diskutierte Vermögensfrage scheint sinnvoll geklärt: zweck­ge­bun­dene Vermögen werden weiterhin für die Kirchen der Orte getrennt geführt und bewirtschaftet. Es kommt nicht alles in einen Topf.

 

Größter Kritikpunkt ist aus unserer Sicht die konkrete Seelsorge. Dafür gibt es keine entsprechenden Regelungen. Die Gemeinde vor Ort, die aus der Eucharistie lebt, wo der Glaube weitergegeben wird, wo sich vielfältig Menschen ehren­amtlich engagieren in Gruppen und Kreisen, finden kaum Beachtung, und sie ist doch das Herz und Leben der Kirche. Wie wird dieses Leben „vor Ort orga­nisiert“? Es sind keine ordnenden, verbindlichen Strukturen vorgesehen, keine Regeln der Verantwortung. Das haben bisher die Räte mit Einsatz getan. Dafür allen Dank! Auf Zuruf wird es nicht klappen, Verlässlich­keit ist notwendig.

 

Alle Räte unserer Pfarreiengemeinschaft haben sich deshalb gegen die Aufhebung der bisherigen Pfarreien ausgesprochen, da die neuen Strukturen für uns nicht durchdacht genug erscheinen. Wir stehen mit diesem Votum im Dekanat nicht allein.

 

Die Anmerkungen aller Räte des Bistums werden von einem unabhängigen Institut ausgewertet und der Bistumsleitung zur Verfügung gestellt. Wir hoffen, dass zum Wohle der trierischen Kirche auch unsere Überlegungen und Meinun­gen berücksichtigt werden.

 

Was wird werden? Klar ist, dass wir nach Aufhebung der Pfarreien in unseren Dörfern „eine Gemeinschaft im Glauben bleiben“. Wir leben im sonntäglichen Gottesdienst, in den Gruppen und Gebetskreisen, in geselliger Verbundenheit, in der Sakramentenvorbereitung, Taufkreise, Erstkommunion, Firmung, Trauung und Beerdigung, bei besonderen Anlässen, die uns im unmittelbaren Lebensraum zusammenführen. Sicherlich werden wir auch spüren, dass wir mehr gefragt sind, unser Glaube eine bewusste, entschiedene Weggemeinschaft wird, Zeugnis und Einladung für andere.

 

Der Pfarrbrief reicht nicht aus, die neue Ordnung vorzustellen, Hoffnung und Perspektiven zu entwickeln. Nach Abschluss und Auswertung der Anhörung werden wir die Verantwortlichen der Gruppen und alle Interessierten zu einem Treffen einladen, dass wir unsere Zukunft vor Ort in den Blick nehmen.


Aktueller Pfarreienbrief

Nr. 08/2019
12.08.2019 - 01.09.2019

 

Liebe Pfarrangehörige,

wenn Angehörige sterben, so kommt zur Trauer auch noch die Sorge um den Ablauf einer Beerdigung. Als Hilfestellung in dieser schweren Zeit soll Ihnen diese Liste dienen.

» Hilfestellung