Gemeinschaft
15.01.2023 20:41 Uhr, Alter: 19 Tage

Vertrauen

Wir haben für unsere neue Pfarrei als Patron den hl. Franz von Assisi gewählt. Was hat den Pfarreienrat dazu bewogen? Zeigt der hl. Franziskus uns einen Weg für unsere Zeit? Franziskus wurde 1181 in Assisi geboren und starb am 3. Oktober 1226 in Portiuncula, unterhalb von Assisi. Was fasziniert uns an ihm? Es sind drei Gesichtspunkte, die so zeitnah sind: der Umgang mit der Schöpfung, den Wiederaufbau der Kirche und die Armut. Wir werden im Laufe der Zeit, den Weg Jesu durch Franziskus entdecken.

Franziskus wuchs als Sohn eines reichen Tuchhändlers auf, stieg bald in das Geschäft seines Vaters ein, war erfolgreich und ging leichtfertig mit seinem Verdienst um.

Die „große Bekehrung“ war ein mühsamer Weg. Er lebte seine Jugend mit vielen Freunden, mit Feiern und ritterlichen Plänen. In einem Krieg zwischen Assisi und Perugia wurde er gefangen. Als er aus dem Gefängnis kam, war er krank, die Träume vom Ritter waren verflogen. 1204 zog er sich aus den Freundeskreisen zurück und suchte die Einsamkeit. Auf einer Pilgerreise nach Rom sah er den Geiz der Reichen, tauschte sein Gewand mit einem Bettler und bat um Almosen. Es kam zum Konflikt mit seinem Vater, der es nicht duldete, dass Franz die Waren aus dem Geschäft an Bettler abgab.

1206 sprach Christus vom Kreuz in San Damiano: „Bau meine Kirche wieder auf!“ Um die verfallene Kapelle wiederherzustellen, nahm Franz aus dem Geschäft seines Vaters Waren und Geld. Darüber verklagte der Vater seinen Sohn vor dem Richterstuhl des Bischofs. Bei dem Prozess entkleidete sich

Franziskus, verzichtete mit dieser Geste auf sein Erbe und sagte sich von seinem Vater los.

Seine überlieferte Aussage:

„Bis heute habe ich dich meinen Vater genannt auf dieser Erde;
von nun an will ich sagen: ‚Vater, der du bist im Himmel‘.“

Er vertraute auf die Sorge des Vaters im Himmel, wie Jesus es sagt: „Seht die Lilien auf dem Feld! Sie sind viel schöner gekleidet als der König Salomo mit seiner Pracht. Der Vater im Himmel kleidet sie. Hört die Vögel! Sie säen nicht, sie ernten nicht. Der Vater im Himmel sorgt für sie“ (Mt 6,25ff). Franziskus hat dem Vater im Himmel vertraut. So wurde er arm und lebte vom Betteln.

Das war eine neue Erfahrung in der Kirche, ist es auch heute. Gegen Prunk und Macht, Herrschaft und Baukunst setzte Franz die Armut, er lieferte sein Leben in Gottes Hände aus und erfuhr die Sorge des Vaters im Himmel durch die barm­herzigen Herzen der Menschen. Es geht nicht um das Verteilen der Macht, andere an der Macht zu beteiligen, um Kontrolle der Macht, es geht um das Vertrauen, für Gottes Willen offen zu sein, ihn zu erkennen. Die Armut ist der Freiraum, um Christus einzulassen, Jesus als Reichtum zu gewinnen.

Franziskus konnte über die Blumen, das Wasser, über Sonne und Mond staunen und Gott loben. Er sah die Natur, die ihm entgegenwuchs, als Geschenk Gottes, als wirkliche „Gabe Gottes“ an. Er lobte Gott, den Schöpfer. Er erfuhr das hilfs­bereite Herz der Menschen und konnte darüber staunen und danken. Nichts war ihm selbstverständlich.

Er wollte dem „armen Jesus“ nachfolgen. Er sah in der Krippe die erste Armut Jesu. Wir verdanken ihm die Krippe, die er lebendig darstellte. Die Nähe Jesu war ihm wichtig, dass Jesus in unser Leben eintritt, dass Jesus uns gleich wird, unsere Armut auf sich nimmt und in seiner Güte verwandelt, weil Jesus „sein Leben mit uns teilt“.

Die Armut ist der Weg, das Leben zu teilen. So entsteht Gemeinschaft. Ein erster Aspekt: dass wir miteinander das Leben teilen, empfangen und geben, achtsam sind füreinander, Mitleid haben und helfen – so baut Jesus seine Gemeinde auf.

Unsere neue Pfarrei segne Jesus Christus, der Herr.

Ihr Pastor P. Meinulf, mit Kooperator K-J. Bings, Diakon B. Lohmer
und der Klostergemeinschaft


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