Gemeinschaft
04.02.2020 20:38 Uhr, Alter: 148 Tage

„anders“

Manchmal sagt jemand nach dem Gottesdienst: „Das war ein schöner Gottesdienst.“ Dann bin ich neugierig und frage vorsichtig: „Was hat Sie angesprochen? Was war schön?“ „Ach, es war mal so anders!“ – „Anders“ – bisweilen ist das wie ein Qualitätszeichen – anders, die gewohnte Spur wird verlassen, Neues geht uns auf, Altes wie neu. Zu einer anderen Zeit ist „anders“ nervig, bringt alles durcheinander, schrecklich.

Ich schaue zurück: Weihnachten ist eine Zeit voller Erinnerungen, Gewohnheiten, Erwar­tungen. Musste es nicht „so wie immer“ sein? Die Lieder, der Baum, das Essen, der Ver­wandtenbesuch? War etwas „anders“ – außer den neuen Geschenken?

Der Segen der Dreikönige 20+C+M+B+20 „klebt“ über vielen Türen, scheint fest und sicher. Soll alles weitergehen? Oder steht der Segen über der Tür für eine neue Weg-Geschichte, für einen neuen Aufbruch? Der Alltag bestimmt wieder unsere Wege, den Schritt, die Zeit, den Blick. Alles wieder in Ordnung?

Bei den Dreikönigen war noch nicht alles in Ordnung. Sie waren zuerst einem Stern gefolgt, nichts ahnend, suchend, ein langer Weg, nur Fragen: Wo ist der neugeborene König? Dann hatten sie ihn gefunden – ein Kind, ausgeliefert, am Rande der Welt, ohne Platz, draußen vor der Tür, nicht aufgenommen.

Sie erkannten es und beteten es an, den König. Anbeten – welchen innersten Platz bekommt dieses Kind in ihrem Herzen, für ihr Leben? Von jetzt an weisen nicht mehr Menschen, Weise, Könige, Mächtige mit ihren Hintergedanken den Weg, Gott selbst fängt an mit den Dreikönigen zu reden und lässt sie einen „anderen Weg“ gehen. Die kostbare Begegnung mit dem Kind lässt sie „anders“ gehen, andere Wege.

So ist es doch: Wenn wir eine schöne Erfahrung gemacht haben, die uns erfüllt und nachklingt, dann gehen wir „anders“ in den Tag, zur Arbeit, gehen „anders“ auf andere zu und nach Hause. Ja, durch eine gute Erfahrung werden wir gestärkt und kommen wie die Dreikönige sogar an manchem Bösen vorbei.

Wenn wir so weit werden, erfüllt und offen für die Welt, werden wir auch sensibler für die Not anderer, sie bewegt uns, rüttelt auf, stellt Fragen und lässt uns „anders“ leben.

Bleiben wir mit diesem Kind, mit Jesus, weiter im Gespräch! Er soll doch wachsen dürfen – wie jedes Kind. Er will uns „andere Wege“ führen, seine Wege. Und die brauchen manchmal unseren Mut, unsere Entschiedenheit. Erst im Gehen werden seine Wege ihre Schönheit zeigen, „anders“ kann zum Qualitätsmerkmal werden. Eine große Hilfe auf dem Weg sind die Exerzitien im Alltag.

 

Exerzitien im Alltag

Dieser Pfarreienbrief geht über die Faschingszeit, über den Aschermittwoch bis zum

1. Fastensonntag. Dann ist es wieder Zeit, sich auf den Weg zu machen, die „anderen Wege“ zu suchen, die Begegnung mit Jesus, dass er uns prägt, verwandelt, neu sehen und gehen lässt.

Wir laden Sie ein zu den „Exerzitien im Alltag“. Jeden Dienstag in der Fastenzeit von 20.00 bis 21.30 Uhr im Josefssaal, Spabrücken: Versammlung, Gespräch und Austausch in kleinen Gruppen, Impulse für jede Woche, schriftliche Hilfe für die Woche, um die Wege Jesu kennen zu lernen, sie mitzugehen – „mit Jesus im und für den Alltag“ vertraut zu werden. Gott zulassen. Glauben, dass er mich heute ruft. Die Tiefe und Sehnsucht des eigenen Lebens wahr­nehmen. Sich Zeit gönnen für Stille und Gebet.

In den Kirchen werden Anmeldeblätter ausliegen. Wir bitten um Anmeldung, damit wir alles vorbereiten können.

Gott segne unsere Wege.

Ihr Pastor Pater Meinulf mit Koop. Karl-Josef Bings, Diakon Burkhard Lohmer
und der Klostergemeinschaft.


Aktueller Pfarreienbrief

Nr. 03/2020
15.06.2020 - 05.07.2020
EXTRABLATT VIII
31.05.2020

 

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wenn Angehörige sterben, so kommt zur Trauer auch noch die Sorge um den Ablauf einer Beerdigung. Als Hilfestellung in dieser schweren Zeit soll Ihnen diese Liste dienen.

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