Gemeinschaft
02.06.2019 23:22 Uhr, Alter: 23 Tage

Abschied in Freude?

Am Ende der Erzählungen von Jesus stellen sich vielleicht mehr Fragen ein als am Anfang. Den Anfang, die Krippe in Betlehem, die haben wir alle vereinnahmt, häuslich gemacht. Jeder weiß für sich, wie sie aussah, wie es zog und kalt war. Aber am Ende bei der Himmelfahrt? „Eine Wolke entzog ihn ihren Blicken.“ Nach der Kata­strophe am Kreuz, der Verlassenheit, nach dem kurzen Aufscheinen hier und dort, jetzt wieder Verlust? Kann das sein? Sie schauten „unverwandt ihm nach zum Himmel empor“. Und sie kehrten nach Jerusalem zurück „in großer Freude“? Abschied mit Freude?

Und dann Pfingsten. Woher das Brausen, das alle Leute hörten? Waren drohend schwarze Wolken am Himmel, zuckten Blitze, Feuer? Und keine Angst bei den Jüngern, kein Rückzug, nein, Aufbruch hinaus ins Unbekannte, vor die Menge, die zusammenlief. Was ist das für eine Freude? Woher die Kraft? Wohin der Weg? Was trägt? Viele Fragen.

Solange Jesus nach der Auferstehung bei seinen Jüngern war, durchbohrten sie ihn mit Fragen: Wann kommt jetzt das Reich? Machst du‘s jetzt? Bis er ihnen völlig klar und undiplomatisch sagte: „Zeit und Stunde gehen euch nichts an!“

Er hatte sie für etwas anderes vorbereitet, drei Jahre lang. Er ruft es ihnen noch­mals in Erinnerung: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“

Sie müssen nicht wissen, wann was geschieht, aber Jesus, den lebendigen Herrn verkünden – das ist die Freude. Endlich! „Er ist der Herr!“ Alles kommt dann anders, als sie es sich denken. Sie bilden sehr schnell eine Gemeinde. Sie teilen das Gebet und hören die Schriften, essen miteinander und feiern Eucharistie, teilen alles, sorgen sich um die Armen. Das ist das erste Zeugnis – Lebens-Zeugnis, stärker als alle Worte.

Doch dann werden sie verfolgt, zerstreut, viele werden aus Jerusalem vertrieben. Was geschieht? Dann geschieht genau dasselbe: Sie verkünden „Jesus als den Herrn.“ Nicht Kleinmut erfüllt sie, keine Angst, kein Jammern und Klagen über die „gute alte Zeit“, wie schön es doch am Anfang war.

Das ist ihre Freude: „Herr, du sendest uns.“ Du entziehst dich unseren Blicken, aber gehst in der Kraft deines Geistes alle Wege mit. Du bist am Werk. Wir loben dich.

Passt das nicht auf die kommende Zeit: „Pfarrei der Zukunft“? Ist es nicht ein Wort auch für unsere Klostergemeinschaft, dreißig Jahre hier: Mit Freude und Ver­trauen die Aufgaben annehmen, zu denen uns Gott führt. Und viele gehen mit, dass „Jesus groß sei in unserer Mitte.“ Überall baut er sich seine Gemeinden.

Ihr Pastor P. Meinulf, mit Kooperator K-J. Bings, Diakon B Lohmer
und der Klostergemeinschaft

 


Aktueller Pfarreienbrief

Nr. 06/2019
03.06.2019 - 30.06.2019

 

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