Gemeinschaft
01.12.2018 22:50 Uhr, Alter: 15 Tage

Doch aus der Wurzel Jesse wird ein Spross hervortreiben.

Ein Zeichen – alle Völker werden ihn suchen.

Da gibt es etwas zu erzählen: Der kleine Tom macht die ersten Schritte! Jetzt wird er sich die Welt erobern, täglich Neues entdecken. Wie er zaghaft die ersten Schritte macht – und lacht und in die offenen Arme des Vaters läuft. Ich kann gehen, wohin ich will! Zu dir! Jetzt ist die Welt unter meinen Füßen.

Ich bin frei, kann gehen, wohin ich will. Ich schaue in die weite Welt: Ungezählte Menschen müssen gehen, sie rennen um ihr Leben. Freiheit? Werden sie je ankommen, Boden finden, Halt und Sicherheit, offene Arme?
Wir gehen, um „anzukommen“, um zu bleiben, da zu sein. Wir gehen schneller, um pünktlich anzukommen. Bleiben - so fing unser Leben an: Wir hatten einen festen Ort, den sicheren Boden im Schoß der Mutter, in ihrem Leib verwurzelt.
Nun, einmal in die Welt geboren, suchen wir Grund und Boden unter den Füßen, nach allen Wegen ersehnen wir den Ort, wo wir bleiben können, Wurzeln schlagen, wachsen, reifen, leben. Die Wurzeln sind unter der Erde, wir sehen sie nicht – und sie geben doch dem Baum Halt, Kraft, Nahrung, Wachstum.
Wo habe ich meine Wurzeln? Aus welchem Boden lebe ich? Was gab mir schon Halt in den Stürmen des Lebens? Was trägt mich in der Tiefe? Oder bin ich ein dürres Blatt, vom Winde umhergetrieben, ein bodenloser, heimatloser Wanderer?
Ich frage auch umgekehrt. Wem gebe ich Halt? Wer kann sich bei mir verwurzeln? Reichen meine Kräfte, dass ich andere trage wie eine Wurzel einen Stamm? Bin ich dankbar, dass ich für jemand Wurzel bin? Wenn die Stürme kommen, spüre ich, dass ich selbst tief verwurzelt sein muss.
Ich werde still und bedenke: Wie tief ist mein Glaube? Halte ich mich fest in Gott? Er ist der Grund, aus dem ich lebe. Kein Atemzug ohne ihn.
Wie oft bin ich von anderen und von mir selbst enttäuscht? Wie ein Baum abgehauen, keine Frucht, keine Hoffnung mehr, nur ein Wurzelstumpf – und ich hatte doch gehofft, wollte stolz da stehen …! Jetzt höre ich die Botschaft, dass Gott neu anfängt. „Da treibt aus der alten Wurzel ein Trieb hervor.“ Advent – Verheißung eines neuen Anfangs, Gott in seiner Treue lässt mich nicht fallen. Er gibt mich nicht auf.

„Mein Advent“ – wieder alte Wege neu gehen, niemanden abschreiben, gut vom anderen denken, für einander hoffen, das Gute im andern entdecken – denn Gott ist am Werk. Jesus ist dieser Spross aus der alten Wurzel, Zeichen der Hoffnung.

Einen gesegneten Weg der Hoffnung durch den Advent!
Ihr Pastor P. Meinulf mit Koop. Karl-Josef Bings, Diakon B. Lohmer und der Klostergemeinschaft


Aktueller Pfarreienbrief

Nr. 11/2018
26.11.2018 - 23.12.2018

 

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