Gemeinschaft
25.06.2018 21:23 Uhr, Alter: 86 Tage

Gott zulassen

Wir konnten das Fest Fronleichnam sehr schön feiern. Wenn wir den Herrn in der Gestalt des geweihten Brotes durch die Straßen tragen, bekennen wir gläubig: Du bist unser Segen. Herr, was vermögen wir ohne dich? Wenn du mit gehst und da bist, ist es gut.

Die kleinen Kinder haben wieder vor dem Allerheiligsten Blumen gestreut. Ich danke den Eltern, dass sie ihre Kinder anregen, das zu tun. Die Kinder trauen sich manchmal nicht. Soll ich wirklich die gesammelten schönen, bunten Blätter hinwerfen? Ich sehe das und frage mich: Was bin ich bereit, von meinem bunten, schönen Leben vor den Herrn aus­zu­breiten, ihm freudig zu Füßen zu legen? Mitten im Jahr ist plötzlich der Palm­sonntag wieder da. Da kommt der König, der Herr, Jesus in seiner Liebe: Brot des Lebens für unseren Lebensweg.

So zogen wir durch die Straßen, die Häuser mit Fahnen geschmückt, an den Türen kleine Altäre, weiße Deckchen, Figuren, Kerzen, bunte Sträuße, grüne Zweige. Mir fiel auf: Die meisten Figuren vor den Häusern waren Marien-Statuen. Vielleicht hat jeder eine Mutter­gottes im Haus. Was soll er sonst hinausstellen? Aber es ist mehr. Maria zeigt uns, wie wir mit Jesus mitgehen können und sollen, wie wir an den Türen unserer Häuser stehen und offen sind für den, der kommt. Diese hörende Offenheit Marias, das Wort Gottes, das Christus ist, aufzu­nehmen – das ist und bleibt der Anfang des Glaubens.

Glaube heißt nicht ein Rezept zu wissen, das ich jetzt anwende, um die Welt zu ver­bes­sern oder in den Himmel zu kommen, Leid zu überstehen oder mit Kraft Frieden zu stiften. Glaube ist zuerst „Gott zulassen“, Gott in mein Leben einlassen. Das ist die Hal­tung Marias. Glaube ist dieses Ja zur Größe Gottes, den ich nicht verfügen, nicht ge­brau­chen kann, der nicht meine Unfähigkeit ausgleicht und Defizite ergänzt. Die Marien­figuren an den Haustüren sind geradezu eine herausfordernde Frage: Wie nimmst du Jesus in dein Haus auf, in dein Lebens-Haus? Ist deine Tür offen? Dein „Haus“ – das ist deine Familie, deine Geschichte, deine Altlasten, dein Erbe, deine Pläne. Kannst du staunen, dass Gott größer ist und doch dein einfaches Leben zum Segen macht, deinen Alltag – wie Marias Alltags-Leben in Nazaret? Wird er vor­über­gehen oder kommt er bei dir an?

Ihr Pastor P. Meinulf, mit Kooperator K-J. Bings, Diakon B Lohmer
und der Klostergemeinschaft


Aktueller Pfarreienbrief

Nr. 08/2018
03.09.2018 - 30.09.2018

 

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